abgekühlt hat, weil es sich dann leichter und besser damit verbindet, und es sonst zuweilen sehr schwer ist, die Vereinigung zu bewirken.

Wenn man gute und feine Liköre haben will, so darf man sich keines anderen, als des französischen Weingeistes zu ihrer Bereitung bedienen. Unser inländischer, von Fruchtbranntwein abgezogener Weingeist ist immer, mehr oder weniger, mit einem fuselhaften Beigeschmack behaftet, der sich nicht wohl durch künstliche Mittel benehmen läßt.

Die wesentlichen Öle oder Essenzen, deren man zur Darstellung der Liköre bedarf, muß man beim Einkauf sorgfältig prüfen, weil sehr häufige Unterschleife damit geschehen. Ihr Geruch ist sehr stark und deswegen werden sie meistens mit andern Ölen vermischt und von den feinen, echten Essenzen ist nur eine sehr kleine Dosis nötig, um ein namhaftes Quantum geruchloser Öle wohlriechend zu machen. Wenn die Verfälschung ebenfalls mit wesentlichen Ölen statt fand, so ist es sehr schwer sie zu entdecken; wurden aber fette Öle damit vermischt, als zum Beispiel Haselnußöl, Mohnöl, Bucheckernöl, Sonnenblumenöl oder Baumöl, so darf man nur etwas Weingeist darüber gießen, wo sich das fette Öl alsbald zu Boden setzt, während der Weingeist die ätherischen Öle auflöst. Auch des Weingeistes bedient man sich oft zur Verfälschung der wesentlichen Öle; glaubt man, daß sie damit vermischt sind, so darf man bloß etwas Wasser darüber gießen, und wenn man sich nicht irrte, so wird sich bald eine milchartige Substanz bilden, die sich von dem Öle absondert. Ist das Öl nicht mit Weingeist verfälscht, so verändert es seine Farbe nicht, sondern zerteilt sich in kleine Bläschen, die,


Liköre, Likör

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