|
|
| |
Neues Kochbuch - Friederike Louise Löffler - 1806. |
|
| |
Seite 597: Rezepte Anhang, Kräuteressig
|
|
| |
Kräuteressig
Man nimmt einen Eßlöffel voll Lavendel, eben so viel Rosmarinblüte,
Basilikum und Estragon, ein wenig Melissen und Thymian, zupft alles von den Stielen,
schneidet es ein wenig durch, feuchtet es mit Zitronensaft an und tut es nebst einem
Stückchen ganzem Zimt, einem halben Eßlöffel voll zerknirschtem
weißem Pfeffer, soviel 3 Finger fassen, Muskatblüte und 8 ganzen Nägelein
in eine Maßflasche, gießt recht guten Weinessig darüber und läßt
es in der Sonne destillieren. Wenn alle Säfte aus den Kräutern gezogen
sind, gießt man den Essig durch ein Haarsieb, füllt ihn in Bouteillen
(Flaschen), pfropft ihn zu und hebt ihn in trockenem Sande im Keller auf. Dieser
Essig kann zu allem Sauren, als: Ragouts, kalten Pasteten, wildem Geflügel,
rotem und schwarzem Wildbret gebraucht werden.
Kräuterpulver
Man nimmt eine starke Hand voll Basilikum, halb so viel Zitronenkraut, noch etwas
weniges Thymian, eine Hand voll Petersilie, wäscht alles zusammen aus frischem
Wasser, läßt sie abtrocknen, pflückt sie von den Stielen ab, legt
sie auf ein weißes Papier an einen schattigen Ort, bis sie ganz dürr
sind, alsdann zerreibt man es zu Pulver und bewahrt es in einem Schächtelchen
auf. Will man es stärker haben, so kann es verhältnismäßig
mit weißem Pfeffer, Muskatblüte und Nägelein vermischt werden. Dieses
Pulver verschafft den Speisen einen sehr feinen Geschmack und macht alles übrige
Gewürz entbehrlich. - Es ist im Winter, wenn man keine grünen Kräuter
mehr hat, zu gebrauchen.
|
|
|
|
|