|
|
| |
Neues Kochbuch - Friederike Louise Löffler - 1806. |
|
| |
Seite 6: Suppen, Erbsensuppe
|
|
| |
Petersilien und Selleriewurzeln, auch gelbe Rüben darein. Wenn die Erbsen weich
sind, werden sie mit Fleischbrühe durchgetrieben, alsdann wieder auf Kohlen
gesetzt, und Salz und Ingwer daran getan. Von einem Weißbrot oder Weck röstet
man Bröckelein im Schmalz, oder bäht Schnitten, und richtet die Erbsensuppe
darüber an. Bleibt das Brot von beider Art rösch darin, so ist sie am
besten.
Anmerkung. Wenn es Erbsen gibt, die nicht weich kochen, so siebt man einen Eßlöffel
gute Asche durch den Schaumlöffel, bindet die Asche in ein reines leinenes
Tüchlein, und setzt sie gleich mit den Erbsen zu, dann werden sie weich. Das
nämliche ist auch bei den Linsen zu beobachten.
Noch wird hier wegen der Erbsen angehängt: Wenn man in den Fasten keine Fleischbrühe
hat, oder nehmen darf, so tut man einen Vierling (den 4ten Teil eines Würtemb.
Simri) Erbsen in einen großen Topf oder Hafen, schneidet von allen Arten Wurzeln
darein, setzt sie nebst Salz mit kaltem Wasser zu, läßt sie kochen, und
erhält den Hafen immer mit Nachgießung von siedendem Wasser voll, bis
sie weich sind. Man rühre ja nicht darin, damit die Brühe hell bleibt.
Sobald sie nun weich sind, nimmt man den Topf vom Feuer, läßt die Brühe
durch ein Sieb laufen, und behält sie in einem irdenen Gefäße auf.
Diese Brühe kann zu allen Saucen gebraucht werden. Wer wenig Fastenspeisen
kocht, kann auch nur die Hälfte Erbsen nehmen, und ein Stück frische Butter
mitkochen lassen.
|
|
|
|
|