|
|
| |
Neues Kochbuch - Friederike Louise Löffler - 1806. |
|
| |
Seite 543: Zuckerbackwerk und Konfekt, braune Lebkuchen
|
|
| |
Zitrone in eine Schüssel, rührt die Masse mit einem Ei und etwas Wein
wie einen Spatzenteig an, dann 4 Loth zerlassene Butter darein, verdünnet nach
diesem erst den Teig vollends mit Wein, bis er wie ein dicker Flädleinsteig
ist, macht nun das Koferneisen heiß, fährt jedesmal mit einer Speckschwarte
stark darüber, backt die Kofern pünktlich, und krümmt sie über
ein Wallholz.
Braune Lebkuchen
Eine völlige halbe Maß Honig wird in einer messingnen Pfanne über
das Feuer gesetzt. So bald der Honig zu sieden anfängt, kommt ein halbes Pfund
gestoßener Zucker darein, welches man so lange zusammen kochen läßt,
daß, wenn ein Tropfen auf einen Teller kommt, derselbe trocken wird. Nun tut
man an die Masse: ein halbes Pfund geschälte und überzwerch geschnittene
Mandeln, ein halbes Glas Kirschgeist, ein paar Messerspitzen voll Potasche (heuet
eher Backpulver), die Schalen von 2 Zitronen, 2 Loth Zitronat, 4 Loth Pomeranzenschalen,
diese 3 Stücke klein geschnitten, 2 Loth Zimt, ein halbes Loth Nägelein,
eine ganze Muskatnuß, ein Quint Kubeben, und eben so viel Kardamom; alles
Gewürz muß jedes besonders grob gestoßen sein. Gleich darauf rührt
man, so lange der Honig noch etwas warm ist, soviel Mehl darein, bis es ein ganz
starker Teig wird, nimmt ihn dann auf ein Brett, macht nach Belieben Lebkuchen daraus,
probiert aber zuerst ein wenig Teig, ob er im Ofen nicht verläuft. In diesem
Fall wird noch etwas Mehl darein gewürgt, übrigens aber in der Wärme
fortgemacht, daß der Teig nicht zu kalt wird.
|
|
|
|
|