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Kochbuch - Wilhelmine v. Sydow - 1834. |
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Seite 177: Kleines Backwerk und Konfekt, Spritzkuchen
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Spritzkuchen
Zu diesem Backwerk muß man sich einer blechernen Spritze bedienen, in welche
ein zylinderförmiger hölzerner Drücker mit einem Griffe eingefaßt
ist; unten aber, gegen die Öffnung der Spritze, deren Rand nach hinten etwas
umgebogen ist, stemmt sich, wenn der Drücker dagegen stößt, eine
kleine messingne Scheibe, in deren Mitte ein scharf ausgeschnittener Stern befindlich
ist. Die Masse zu dem Backwerk ist die nämliche, wie zu den Schneebällen.
Man formt aus ihr handlange Würste, wie sie bequem in die Spritze gehen, wendet
sie leicht in Mehl um, legt eine auf einmal in die Spritze, stemmt den mit Mehl
abgeriebenen Drücker darauf, und durch den ausgeschnittenen Stern dringt nun
die Masse in Gestalt scharf geränderter Würstchen, die man nach Belieben
durchschneidet, rund oder verschlungen formt und wie die vorigen Nummern in Fett
oder Schmelzbutter ausbackt. Sehr schön wird die Spritzkuchenmasse auch auf
folgende Art:
Eine Kasserolle mit Butter ausgeschmiert, 1 Maß Milch hineingegossen, Zimt
und abgeriebene Zitronenschale hinein getan, und aufgekocht; dann so viel feines
Weizenmehl in die kochende Milch gerührt, daß es ein sehr steifer Teig
wird; in diesen heißen Teig 1/4 Pfund kalte Butter und nach Belieben klaren
Zucker getan, dann den Teig kalt werden lassen und 50 Eidotter hinein gerührt;
zuletzt das Weiße der Eier zu Schnee geschlagen, hinzugefügt und nach
Vorschrift gebacken.
Sollen die Spritzkuchen, wie alle in Fett auszubackenden Teigmassen, das Fett nicht
zu stark anziehen, so gieße man einen Teelöffel Rum in die Masse.
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