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Kochbuch - Wilhelmine v. Sydow - 1834. |
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Seite 98: Klöße, Puddings und Mehlspeisen, Semmelklöße
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einander auf ein mit Mehl bestreutes Brett setzt und 1 Stunde an einem warmen Orte
gehen läßt. Indessen setzt man in einem nicht allzu kleinen Kessel Wasser
auf, da die Klöße, beim Sieden stark auflaufend, mehr Raum als andere
bedürfen, wenn sie geraten sollen; salzt das Wasser, und legt die Klöße,
wenn es wallt, hinein. Man muß sie bei dem Kochen öfters niederdrücken,
damit sie sich umdrehen und leichter gar werden können, wozu sie mehr Zeit
brauchen als andere Klöße. Sticht man sie mit einem Hölzchen und
es klebt kein Teig mehr daran, so sind sie gut. Bei dem Anrichten reißt man
sie mit zwei Gabeln oben ein wenig auseinander, gießt braune Butter in die Öffnung,
welche man auch apart dazu serviert, und bringt sie zu Tische. Auch auf dem Teller
transchiert man sie mit der Gabel, weil sie durch das Zerschneiden mit dem Messer
schliesig werden.
Semmelklöße
Man mengt für 2 bis 3 Gr. altbackene geriebene Semmeln, nebst etwas feinem
Mehle, in einer Schüssel zusammen; salzt es ein wenig und rührt nun 5
bis 8 Eier und so viel Milch dazu, daß es ein dicker Brei wird. Liebt man
die Klöße mit Speck, so zerläßt man ein gutes Stück in
Würfel geschnittenen, schüttet die Griefen zur Masse und brät in
dem ausgelassenen Speck die in Würfel geschnittenen Rinden der zu dem Kloßteige
verbrauchten Semmeln, um sie dann gleichfalls unter die Masse zu rühren; will
man die Klöße aber nicht mit Speck machen, so rührt man 10 bis 14
Loth zerlassene und etwas verkühlte Butter darunter, und würzt die Masse
mit klar gewiegter Zitronenschale oder einigen Tropfen Zitronenöl und etlichen
geriebenen bitteren Mandeln.
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