|
|
| |
Kochbuch - Wilhelmine v. Sydow - 1834. |
|
| |
Seite 176: Kleines Backwerk und Konfekt, Fastnachtskräpfeln
|
|
| |
zu; halte das Feuer auch ja recht gelinde, damit die Butter nicht verbrennt, und
Du die übrigbleibende wieder brauchen kannst. Man kann dieses Backwelk auch
in Schmalz ausbacken.
Diese ganze Behandlung gehört auch zu dem Rädergebackenem, den Spritzkuchen
und den:
Fastnachtskräpfeln
Auf reichliche 2 Pfund gutes trockenes Mehl nimmt man 1/2 Pfund Butter, 5 ganze
Eier und eben so viel Dotter, 5 Löffel gute Hefen, 4 Loth Zucker und 1 Nößel
Milch. Die Milch wird warm gestellt, daß die Butter darin zerfließt,
die Eier werden recht klar gequirlt; die Milch mit der Butter und den übrigen
Zutaten, nebst 1/4 Nößel gutem Rosenwasser und etwas abgeriebener Zitrone
darunter getan, und das Mehl damit in einem Reibasch so lange mit einem hölzernen
Rührlöffel geschlagen, bis der Teig sich ablöst; alsdann nimmt man
solchen auf die Tafel, arbeitet noch ein wenig Mehl darunter, daß er sich
leicht mit dem Rollholze austreiben läßt, und rollt ihn strohhalmdick
aus. Man setzt von eingemachten Johannis- oder Himbeeren, Kirschen, oder von Äpfelmarmelade
mit Mandeln und kleinen Rosinen, oder auch von Pflaumenmus, das mit Zucker, Wein,
Zimt, klar gewiegten Mandeln und Zitronenschale verrührt ward, eine Reihe wallnußgroßer
Häufchen darauf, jedoch nicht zu nahe an einander, schlägt die leer gelassene
Hälfte der Teigplatte darüber und schneidet mit dem Backrädchen die
einzelnen Kräpfeln, deren Umrisse sich durch die aus dem Füllsel entstehenden
Erhöhungen angeben, aus, legt diese auf ein mit Mehl bestreutes Kuchenbrett,
läßt sie an der Wärme aufgehen und backt sie in Schmalz oder Schmelzbutter,
nach Vorschrift, schön hellbraun.
|
|
|
|
|