|
|
| |
Kochbuch - Wilhelmine v. Sydow - 1834. |
|
| |
Seite 142: Backwerk, Blätterteig
|
|
| |
will, bereite man ihn auf folgende Weise: Man tut reichlich gewogen, 1,5 Pfund feines,
durchgesiebtes Weizenmehl in eine Schüssel, schlägt 1 Ei dazu, zupft 2
Loth ausgewaschene Butter dazwischen und rührt endlich so viel kaltes Wasser
dazu, daß es ein zäher Teig wird; diesen Teig legt man sodann auf einen
mit Mehl bestreuten Tisch, knetet ihn mit den Händen so lange hin und wieder,
bis er sich so fein wie Samt anfühlt, teilt ihn in 2 gleiche Hälften und
wiegt so viel ausgewaschene und ausgedrückte oder in einem Tuche gerungene,
schöne feste Butter dazu, als eine Hälfte des Teiges wiegt. Beides, den
Teig wie die Butter, setzt man nun jedes für sich, wohlbedeckt in den Keller.
Des andern Tages, wenn der Ofen fast schon die nötige Backhitze hat, treibt
man die ganze Teigmasse mit einem Kuchenholze fingerdick auf dem mit Mehl bestreuten
Tische aus, drückt die Butter, mit den Händen in eine breite Scheibe geformt,
darauf, schlägt den Teig darüber zusammen, bestreut ihn oben und unten
mit Mehl und treibt ihn mit dem Rollholze bis zur Dicke eines Viertelzolles recht
egal vor sich hin. Ist dieses geschehen, so schlägt man die Teigplatte der
Länge nach, mit den Enden zusammentreffend, übereinander, und in die Quere
noch einmal zusammen, so daß das obere und untere Ende aufeinander kommen
und die Platte nun vierfach liegt; jetzt treibt man sie abermals, mit frischem Mehle
bestreut, nach der vorigen Regel auseinander, wiederholt dieses noch einmal, wodurch
der Teig zwölffach geblättert wird, und backt ihn, strohhalmsdick ausgetrieben,
mit Ei bestricken, bei 3 Grad Hitze.
|
|
|
|
|