|
|
| |
Kochbuch - Wilhelmine v. Sydow - 1834. |
|
| |
Seite 104: Klöße, Puddings und Mehlspeisen, Auflauf mit Äpfeln
|
|
| |
prüft: daß man ein wenig Mehl auf die Platte streut, so muß es
geraten; wird das Mehl schwarzbraun, so ist der Ofen zu heiß, bleibt es weißlich,
so ist er zu kalt, färbt es sich indessen schön zimtbraun, so ist die
Heizung richtig, und man kann das Backwerk getrost einschieben. *) Allzu häufiges
Nachsehen ist nachteilig, da durch das Öffnen der Tür jedesmal ein Luftzug
mit einströmt, der das Aufgehen des Backwerkes vorzüglich bei Torten und
Aufläufen hindert. Erst wenn die Zeit des Ausbackens beinah vorüber oder
ein fettiger Geruch das Garwerden andeutet, sehe man behutsam danach.
Auflauf mit gefüllten Äpfeln
Man schäle 12 bis 16 Borsdorfer Äpfel, (sind mehrere Personen zu Tisch,
so nehme man so viele Äpfel als Personen) stoße mit einem Apfelausstecher
die Kernhäuser, jedoch nicht ganz bis auf den Boden, sondern mit dem Messer
nachhelfend, heraus, koche die Äpfelschalen mit etwas Wein, Wasser, Zucker
und Zitronenschale aus; gieße es durch und lasse die Äpfel in dieser
Brühe halb weich schmoren. Doch tue man nur so viel auf einmal hinein, als
man bequem herausfischen kann, ohne sie zu zerstoßen. Sind die Äpfel
alle geschmort, so läßt man sie durch einen
__________
*) Auch Nachstehendes ist eine geltende Probe der richtigen Backhitze: Man stecke
nämlich die bloße Hand bis in den Hintergrund der geheizten Backröhre;
brennt die Hitze stark, doch so, daß man sie ertragen kann, so ist sie gut.
Muß man die Hand jedoch mit einem schmerzhaften Gefühl sogleich wieder
herausziehen, so ist es ein Zeichen, daß die Hitze zu stark ist, und man öffne
alsdann unter Vorziehen des Feuers die Röhre so lange, bis sie den rechten
Wärmegrad zeigt. Schwere Teigmassen und nasse Kuchen fordern im Verhältnis
stärkere Backhitze, als leichte schaumige Massen.
|
|
|
|
|